Es gibt viele Gründe eine Hochzeit zu feiern, und es gibt auch einige Gründe, eine Silberhochzeit zu feiern. Einer davon sind Kartoffeln.
Bei einer meiner letzten Silberhochzeiten, die ich als komischer Kellner Francois begleitet habe, hat mir die Schwester der Braut verraten, warum die Silberhochzeit nachgefeiert wurde, nämlich wegen der Kartoffeln.
Und das kam so:

1989, die Zeit vor der Wende in der ehemaligen DDR, ein Kind ist unterwegs, seine 1-Zimmer Wohnung zu klein/ sie wohnt noch zu Hause.
Sie fragt also ihn: „Wollen wir nicht heiraten, dann bekommen wir zusammen eine größere Wohnung. Nach einem Jahr lassen wir uns wieder scheiden und Du kannst deiner Wege gehen.“ So was könnte man eine typische Vernunftheirat nennen.
Er willigt ein und so wird klammheimlich geheiratet, mit der Hoffnung, dass es keiner der Bekannten und Verwandten mitbekommt.

Zweite Szene:
Die Schwester der Braut ist beim Bürgermeister und möchte Saatkartoffeln abholen, die jede Familie auf Zuteilung von der Gemeinde für jedes Familienmitglied erhält. „Ich hätte gerne die Saatkartoffeln für 4 Personen.“
Der Bürgermeister erwidert empört: „Aber für Deine Schwester gibt es keine Kartoffeln mehr, die hat geheiratet und bekommt von mir keine Kartoffeln.“
So bekommt die Frischvermählte eine „Glückwunschkarte“ zur Hochzeit, das doch bitte die Hochzeit in 25 Jahren ordentlich nachgeholt wird.
Die Schwester hat übrigens auch geheiratet, und zwar den Nachbarn von schräg gegenüber aus dem Einfamilienhaus.
Sie dachte, er sei vermögend.
War er aber nicht. Humor hat er, denn er musste lachen, als Sie sagte, dass Sie ihn wegen dem nicht vorhandene Vermögen geheiratet hatte.

Fazit: Es muss nicht immer Liebe sein, um nach 25 Jahren immer noch verheiratet zu sein.